Analerotik: erotische Anziehungskraft des Afters (lat. anus) und des ihn umgebenden Bereichs, das Gesäß eingeschlossen. Die Bezeichnung stammt von Siegmund Freud (s. Psychoanalyse). Vorlieben für analerotische Beziehungen sind aus vielen Kultkreisen bekannt. In der griechischen Antike wurde dem wohlgeformten Hinterteil von Frauen hohes Lob gezollt, das Volk verehrte deswegen die Göttin Aphrodite Kallipygos (griechisch = die mit dem schönen Hintern). Oft blieb es nicht beim Anschauen oder berühren, man ging zum direkten Kontakt über. Zwar wurde der Analverkehr hauptsächlich mit Knaben oder Jünglingen praktiziert, es war aber auch bei Frauen nichts Ungewöhnliches und galt möglicherweise als Ersatz für einen fehlenden männlichen Jugendlichen. Gelegentlich soll der Analverkehr auch zum Zwecke der Empfängnisverhütung angewandt worden sein. Bei der damaligen Wertschätzung der Analerotik muß man die besonderen Beziehungen zwischen jugendlichen und erwachsenen Männern in Betracht ziehen, die sich im damaligen Griechenland nicht nur auf dem philosophischen Bereich erstreckten, sondern erotisch-sexuelle Kontakte einschlossen. Aus der uns erhaltenden Literatur lassen sich zahlreiche Belege für die Attraktivität eines zarten, weißen, noch unbehaarten Pos eines Knaben finden. Man rühmt die milchfarbenden Hinterbacken oder den schönen und großen Hintern der Jünglinge, die allerdings mit zunehmendem Alter und damit einsetzender Behaarung an Anziehungskraft verloren. Bei der Popularität der Analerotik verwundert es nicht, daß man auch den griechischen Göttern derartige Vorlieben nachsagte. So soll sich Zeus in Ganymend vor allem wegen dieses hübschen Hintern verliebt haben. Dionysos erhielt wegen seiner Vorliebe für den Analverkehr den Beinamen Glutäer (lat. muculus glutaeus für den Gesäßmuskel). Zwar wurden von der herrschenden Klasse Athens auch die Hetären hoch geschätzt, doch gab es daneben viele Staatsmänner und Philosophen, denen die analen Beziehungen zu ihren Günstlingen gleichermaßen lieb waren, sowie andere, die sie der Liebe zu Frauen gänzlich vorzogen. Analverkehr beschränkt sich keineswegs auf den griechisch - römischen Kulturkreis, doch wissen wir Dank zahlreicher Schriften und bildnerischer Darstellungen über die Epoche besonders gut Bescheid. Auch heutzutage erfreut sich ein knackiger Po bei Männern und Frauen - durch enganliegende Kleidung noch besonders betont - ausgesprochener Beliebtheit. September 2007
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